Barry Hughes (1937–2019)

So bescheiden sein Lebenslauf als Fußballer auch war, so unvergesslich war Barry als Trainer, Entertainer und vor allem als Mensch.  

Barry Hugh Hughes (* 31. Dezember 1937 in Wales) spielte in der Jugend von West Bromwich Albion. Ein klassischer Fußballverein in den West Midlands. Die erste Mannschaft der Baggies schaffte es nie nach Barry. Daraufhin wechselte er von Amsterdam zum FC Blauw Wit. Einige Spielzeiten später wechselte er zu Alkmaar '54, einem der beiden Vorläufer der aktuellen AZ. Hier hat er aufgehört, Fußball zu spielen.

Hughes wurde 1966 Trainer in Alkmaar. Sein allererster Job, der der Beginn einer erfolgreichen Ära als Trainer wäre. Oder erfolgreich… er hat keine großen Preise gewonnen. Trotzdem liefen seine Spieler mit ihm davon. Joop Böckling beschrieb Hughes als "einen wunderbaren Mann, einen Motivator des reinsten Wassers. Aus fußballerischer Sicht hätte man sich vielleicht verbessern können, aber durch und für ihn bist du als Feuerwehrmann gegangen."

1970 holte er Ruud Geels als Trainer von Go Ahead Ruud Geels nach Deventer. Der Haarlemmer hatte die Konkurrenz gegen Ove Kindvall in Feyenoord verloren und blühte unter Hughes wieder auf. Zwei Spielzeiten und 35 Tore später wechselte Geels zum Club Brügge. Die Zugabe von 'Eagles' zu Go Ahead kann auch zu Hughes' Rekord gezählt werden.

Auch in Haarlem hegen sie warme Erinnerungen an den Waliser. In einem Bus holte er selbst Anhänger für die Spiele ab. Im Alter von sechzehn Jahren debütierte er auch bei Ruud Gullit. Er hatte den Amsterdamer (und seinen Vater) überzeugt, mit Haarlem Fußball zu spielen, weil die Chance, Minuten zu spielen, viel größer war als bei seinem Lieblingsverein Ajax.

Rollpfeife

Auf dem Trainerkurs, wo Barry Hughes war, war Georg Kessler verantwortlich. "Seit zwei Jahren gibt er mir die Hölle. Er hasste den englischen Trainertyp. Er mochte den englischen Fußball nicht. Im ersten Jahr habe ich meine Prüfung nicht bestanden, aber im zweiten Jahr habe ich noch mein Diplom bekommen. Und ich habe immer im Hinterkopf behalten, wenn ich jemals eine Chance bekomme, wieder bei ihm zu sein, werde ich es tun."

Als das Spiel gegen AZ '67 auf dem Programm stand und Kessler dort das Sagen hatte, kaufte er sich den – berüchtigten – Rollpfiff. Vor dem Spiel hatte er herausgefunden, dass Er es gut nutzen konnte, wenn Haarlem gut spielte und gewann. Und so kam es: Haarlem spielte toll und gewann 3:2. Jedes Mal, wenn Kessler genervt aus dem Graben kam, um sein Team zu coachen, blies Hughes seine Rolle Pfeife und begleitete sie mit dem Text: ''Hey Georg!''  hughes teilte diesen urkomischen Moment mit dem Publikum hinter ihm.

So auch Barry Hughes; auffällig, bunt und voller Witze und Witze. Nicht umsonst machte er später mehrere Karnevalskracher. Mit den Hit-Singles "I want a room-wide carpet on my head" und "Happy with Barry / You shouldn't have't done that" landete er in den Top 40.  Ein Trainer mit mehreren Nebentätigkeiten, die ihn einst als "Entertrainer" von Johan Derksen bezeichneten.

Erfolgreich zu sein, ist nicht nur, sich selbst in Preisen zu gewinnen. Barry Hughes hinterließ überall einen unauslöschlichen Eindruck. Das ist erfolgreich. Wir erinnern uns gerne an ihn mit den Worten von René van der Gijp: "Er ist ein Trainer, den ich aus meinen Lebenstagen nicht vergesse, ein echtes Phänomen. "

Foto: Nationalarchiv – Peters, Hans / Anefo

 

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