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Manfred Burgsmüller (1949–2019)

"Oldie mit 29, Goldie mit 39", die Karriere des deutschen Torjägers Manfred 'Manni' Burgsmüller (22. Dezember 1949 – 18. Mai – 2019) lässt sich am besten beschreiben. 1978 zu alt für die Deutsche Nationalmannschaft. Zehn! Jahre später glänzte er im Trikot von Werder Bremen. 

Burgsmüller wuchs in Essen auf und war Straßenfußballer. Ein Leichtgewicht, das es genossen hat, seine Gegner zu täuschen und am liebsten in jungen Jahren durch die Beine zu spielen. Das gab ihm einen großen Kick, der ihn veranlasste, seine Schienbein zu brechen und in die Besetzung zu kommen. Manni war gezwungen, zu Hause zu sitzen und anderen Kindern beim Fußballspielen auf der Straße durch das Fenster zuzusehen. Lange hielt er nicht, und als es etwas möglich war, schloss er sich einfach wieder an. Mit seinem Bein noch in Gips…

In jungen Jahren pendelte Burgsmüller zwischen Rot Weiß Essen und Bayer Uerdingen hin und her, bis er 1976 bei Borussia Dortmund unter Vertrag stand. Beim BVB spielte der Besteinschütze vor allem als Mittelfeldspieler. Dennoch hatte er seine produktivste Saison seiner Karriere.  Im Fußballjahr 1980/81 legte er nicht weniger als 27 Bälle ins Netz. Das waren nur zwei weniger als Bayern Münchens Karl Heinz Rummenigge.

1983 fand die Borussia Manni gut in Dortmund und wechselte zum 1. 1. FC Nürnberg. Dort blieb er nur eine Saison und kehrte dann zu seiner Jugendliebe Rot Weiß Essen zurück. In Essen machte er weiter, was er gut konnte: Tore schießen. Er machte 29 in einer Saison, was seinen damaligen Trainer dazu veranlasste, zu sagen: "Juwelen funkeln auch im Alter!"

Im November 1985 geschah etwas Bemerkenswertes in Burgsmüllers Karriere. Im Alter von 36 Jahren feierte er sein Comeback in der Bundesliga. Werder Bremen suchte einen Stand-in für den regelmäßig verletzten Rudy Völler und Trainer Otto Rehagel ließ auf Burgsmüller aus. Fußballbegeistertes Deutschland versteht den Transfer nicht. Rehagel holt einen Fußball-Großvater nach Werder. Dass Burgsmüller kein Blatt vor den Mund nimmt, wird auch von der deutschen Presse dafür angeführt, dass er sich über Rehagels Wahl lustig gemacht hat. "Ein Spieler, der mir keine Schwierigkeiten macht, macht auch den Gegner nicht", parieren die Journalisten von Otto.

Und Rehagel hatte Recht. 1988 wurde Werder Meister und der 39-jährige Manfred Burgsmüller hatte einen großen Anteil an der Meisterschaft. Zwei Jahre später gab Burgsmüller sein Karriereende bekannt. Er wird 41 Jahre alt.

Burgsmüller kannte kein Glück international. Er wurde nur dreimal vorgeladen. 1978 hielt Bundestrainer Helmut Schön ihn für zu alt für die Nationalmannschaft. Darüber hinaus könnte Mannis großer Mund negative Auswirkungen auf jüngere Spieler innerhalb des Teams haben.

Nach seiner aktiven Fußballkarriere kickte Burgsmüller weiter einen Ball, obwohl er noch lange nicht fertig war. 1996 wechselte er als Kicker zum American-Football-Team Düsseldorf Rheinfire. 2002 ging er im Alter von 52 Jahren in den Ruhestand. Der Körper will nicht mehr. Die Arthrose in beiden Beinen, die von den vielen Spaten getragen wird und – nach eigenen Worten – insbesondere ein Angriff von Georg Schwarzenbeck im Jahr 1975, macht die Übung unmöglich.

Ab 2004 war er einige Zeit Trainer eines Amateurklubs aus Dortmund. Für Aufsehen sorgte er, als er sein Team gegen Tibet und gegen die Damenmannschaft von Bad Neunahr, die in der Bundesliga spielt, spielen ließ. Ein deutsches Fernsehteam folgte Manni während seines Coachings und veröffentlichte eine DVD, die im Handumlesen ausverkauft war.

Manfred Burgsmüller ist am Samstag, 18. Mai 2019 gestorben. Er ist 69 Jahre alt.

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